Dr. Martina Mettner

Was man besser wissen sollte, bevor man ein Fotostudium beginnt

Nur unverbesserliche Idealisten stellen sich immer noch vor, der Kunstmarkt müsse primär mit Kunst zu tun haben. Falsch: Es geht um Geld. Wenn jemand gute Sachen macht, schadet das nicht, es ist aber auch nicht so, dass sich Qualität zwangsläufig durchsetzt – das war, wie alle wissen, ohnehin noch nie so.

Es geht um Profite. Die erzielt man nur, wenn man in die kleinstmögliche Anzahl von Künstlern investiert. Diese werden dann zu Stars stilisiert. Stars kann es aber nur geben, wenn die Mehrheit der produzierenden Künstler ausgeschaltet wird. Der Soziologe Richard Sennett beschreibt sehr anschaulich das Prinzip:

"Wenn 500 Menschen berühmt sind, ist keiner berühmt. Um also erkennbare Persönlichkeiten, herausragende Gestalten zu schaffen, muss man von den 500 mindestens 490 in den Hintergrund drängen. Dabei handelt es sich nicht nur um ein wohlwollendes Übersehen – jenen 490 muss aller Lohn für ihre Mühen entzogen werden, um ihn den 10 Glücklichen zukommen zu lassen." (Verfall und Ende des öffentlichen Lebens, 1986)

Jetzt kalkulieren Sie nur einmal grob, wie viele Fotografen, Fotostudenten oder Kunststudenten mit ihnen den Abschluss machen (oder gemacht haben) und wie groß, rein statistisch gesehen, Ihre eigene Chance ist, über den Verkauf von Arbeiten in Galerien erfolgreich zu sein.

Wenn Sie wirklich glauben, Sie werden der kommende Star der Fotokunstszene, dann befassen Sie sich in Ihrem eigenen Interesse mit den Mechanismen der Fotokunstbranche! Gehen Sie nicht naiv an die Sache ran. Sie werden sonst Jahre Ihres Lebens vergeuden.

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Dr. Martina Mettner Photoconsulting · Tel.: +49 (0)6120-979 114 · E-Mail: mm@mm-photoconsulting.de