Karriere-Tutorial
Die Kamera als Lizenz zum Neugierigsein
Um ein großartiger Fotograf zu werden, sollte man wissen oder herausfinden, wofür man sich eigentlich interessiert.
Machen Sie sich klar, dass Sie das tollste Medium überhaupt in der Hand haben und, wie ich hoffe, bedienen können. Machen Sie sich klar, dass Ihnen die Kamera Dinge zu tun erlaubt, die Ihnen ohne verwehrt blieben, und dass Ihnen die Kamera Zutritt zu Orten verschafft, die ihnen normalerweise verschlossen wären! Sind Sie neugierig? Ich hoffe es für Sie.
Nutzen Sie diese wunderbare Chance: Die Kamera erlaubt Ihnen ja auch, sich Menschen zu nähern, die Sie bewundern. Sie erlaubt Ihnen, sich in Milieus zu begeben, in denen Sie nichts zu suchen haben. Sie können Ihre Obsessionen austoben, Ihre Neurosen kultivieren, aber Sie müssen auch Ihre Ängste überwinden. Springen Sie über Ihren Schatten, gehen Sie Risiken ein, zeigen Sie Commitment.
Sie kennen sicher den Spruch von Robert Capa: Wenn das Foto nicht gut ist, warst du nicht nah genug dran! Wenn man das mal nicht als testosteronschwanger abtut oder nur auf die Kriegsreportage bezieht, dann ist das doch unglaublich wahr. Ich ergänze um ein Wort: Wenn das Foto nicht gut ist, warst du EMOTIONAL nicht nah genug dran.
Wenn Sie nichts bei der Aufnahme empfinden, dann kann auch der Betrachter nichts empfinden. Warum soll jemand, zumal jemand, der sich professionell mit Fotografie oder Kunst befasst, Ihre Arbeiten ansehen oder sich für Sie engagieren, wenn nicht mal Sie selbst Herzblut hineingesteckt haben?
Ich schrieb von den Regeln des Marktes, und davon, dass Fotografen Aufmerksamkeit auf sich ziehen müssen, um Erfolg zu haben. Eine durchaus Erfolg versprechende Möglichkeit unserer Tage, Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, ist die Vermittlung von emotionalen Erlebnissen.
Weiter mit: Werden Sie eine großartige Fotografin / ein großartiger Fotograf!